Kommt die „nächste Fintech-Welle“?

Im Jahr 2023 sanken die britischen Fintech-Investitionen auf 12,3 Milliarden US-Dollar, was einen bemerkenswerten Rückgang von 34 % gegenüber den 18,7 Milliarden US-Dollar im Vorjahr darstellt, wie im aktuellen „Pulse of Fintech“-Investitionsbericht von KPMG beschrieben, der in der Fintech Times hervorgehoben wird. Dieser Rückgang, der auf geopolitische Unruhen und makroökonomische Unsicherheiten aufgrund von Konflikten in Regionen wie der Ukraine und dem Nahen Osten zurückzuführen ist, sowie ein Hochzinsumfeld führten dazu, dass die Anleger vorsichtig vorgingen, was über weite Strecken des Jahres zu einer angespannten Liquiditätssituation führte .

Trotz der Herausforderungen gelang es britischen Fintech- Unternehmen, mehr Finanzmittel zu erhalten als ihre Pendants in Frankreich, Deutschland, China, Indien, Brasilien und Kanada zusammen. Bemerkenswert ist, dass der größte Fintech-Deal in Europa im Jahr 2023 eine beträchtliche Private-Equity-Beschaffung in Höhe von 6,9 Milliarden US-Dollar durch den britischen Finanzsoftwareanbieter Finastra war.

John Hallsworth, Client Lead Partner für Banking und Fintech bei KPMG UK, erkannte die gewaltigen Hindernisse an, mit denen die britische Fintech-Branche im Jahr 2023 konfrontiert ist. Er betonte, dass Investoren potenzielle Geschäfte sorgfältig prüften und dabei der Realisierbarkeit von Geschäftsmodellen und der Rentabilität Priorität einräumten. Allerdings bleibt Hallsworth hinsichtlich der Zukunft des Sektors optimistisch und deutet auf einen möglichen Aufschwung der Investitionen bis Ende 2024 hin, da die Zinssätze voraussichtlich im dritten oder vierten Quartal sinken werden.

Weltweit erlebte die gesamte Fintech-Finanzierung im Jahr 2023 einen deutlichen Rückgang und erreichte mit 113,7 Milliarden US-Dollar bei 4.547 Deals einen Sechsjahrestiefstand, verglichen mit 196,6 Milliarden US-Dollar bei 7.515 Deals im Jahr 2022. Dennoch dominierte der Zahlungssektor weiterhin die Fintech-Finanzierung, wenn auch mit einem Rückgang deutlicher Rückgang von 57,9 Milliarden US-Dollar auf 20,7 Milliarden US-Dollar zwischen 2022 und 2023. Bestimmte Teilsektoren wie Proptech und Insurtech verzeichneten jedoch im Jahresvergleich einen Anstieg der Investitionen, was auf Widerstandsfähigkeit und potenzielle Wachstumsbereiche innerhalb der Fintech-Landschaft hinweist.

Karim Haji, globaler und britischer Leiter für Finanzdienstleistungen bei KPMG, hob die Entwicklung und Reifung des Fintech-Marktes seit seiner Gründung hervor und betonte insbesondere das immer schnellere Tempo des Wandels, der durch Fortschritte bei Technologien wie KI und generativer KI verursacht wird. Haji erwartet den Beginn einer neuen Ära der Fintech-Innovation, sieht trotz des derzeit gedämpften Investitionsklimas eine vielversprechende Entwicklung und prognostiziert ein spannendes Jahr für den Fintech-Bereich.

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